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Jocketa goes Hockenheim (und Hollywood)

Am Wochenende vom 12.-13. Oktober 2019 hatten fünf Jugendliche samt Sozialpädagogin ein großes Abenteuer geplant. In aller Frühe machten wir uns auf den weiten Weg zum Hockenheimring, und das nicht nur um den Porsche Sports Cup zu bestaunen. Seit einigen Jahren hat sich dieses Grüppchen herauskristallisiert, das zusammen regelmäßig den filmischen Abenteuern der X-Men-Helden folgt. Besonders die Figur des Erik Lehnsherr/Magneto, verkörpert vom deutsch-irischen Schauspieler Michael Fassbender, ist der große Favorit. Da dieser neben der Schauspielerei seine Begeisterung für das Rennfahren entdeckt hat, ergab sich für uns die Chance, ihn beim Porscherennen kennenzulernen. Der erste Kontakt hatte sich über die Sozialpädagogin bereits auf einer anderen Rennstrecke ergeben, wo Herr Fassbender sich viel Zeit genommen hatte, um von den Jungs und der X-Men-Tradition zu hören, und anschließend eine Videonachricht und persönliche Autogramme an sie zu verfassen. Die Jugendlichen waren hellauf begeistert und die gerahmten Autogramme zieren seither ihre Zimmer.

Ihr Idol persönlich zu treffen, war selbstverständlich noch einmal etwas ganz anderes. Nun trifft man einen zweifach Oscar-nominierten Hollywood-Schauspieler recht selten, daher war die Aufregung vorweg sehr groß. Umso begeisterter waren wir, mit welcher Herzlichkeit wir empfangen wurden, als wir ihm gleich vor dem ersten Rennen begegneten. Michael Fassbender wusste nicht nur sofort, wer wir sind, sondern schien auch aufrichtig erfreut, dass wir den langen Weg auf uns genommen hatten. Die Begrüßungsumarmung von ihrem Held stieß bei einigen auf absolute Fassungslosigkeit. Jegliche anfängliche Schüchternheit verflog jedoch schnell, vor allem, da Michael sich hartnäckig bemühte, mit den Jungen auf Deutsch zu sprechen, und bald schnatterte alles auf ihn ein. Selbstverständlich kamen wir nicht mit leeren Händen, sondern einer ganzen Tüte voller Geschenke, die auf große Begeisterung stießen. Nach diesem ersten tollen Erlebnis schauten wir mit großem Interesse bei den aufregenden Rennen zu und fieberten natürlich am meisten mit dem Porsche mit der Nummer 93 mit. Nach dem langen Renntag hielt Michael sein Versprechen und holte uns zunächst zur Lagebesprechung und Auswertung des Rennens in die Fahrerbox, um uns dann zu einem der Porscherennwagen des Teams zu führen. In diesem durften nacheinander alle Platz nehmen und mit Engelsgeduld erklärte er jedem der Jungen das Innenleben, wacker auf Deutsch, mit der Betreuerin als Souffleuse für die fehlenden Vokabeln. So mancher hatte seine Probleme, in das Auto hinein, noch viel mehr wieder heraus zu kommen. Doch auch dies meisterten alle mit ein wenig Hilfestellung von Magneto und schließlich, als rundum noch Bilder geknipst, ein Gruppenfoto geschossen und Michael von allen zum Dank noch einmal herzlichst gedrückt worden war, verabschiedeten wir uns und überließen ihn den wartenden Fans sowie seinen Eltern, die das Rennen mit einem Besuch in der alten Heimat und der Geburtsstadt ihres Sohnes, Heidelberg, verbanden. In eben diese führte es uns am Abend auch, wo wir unser Lager in der Jugendherberge aufschlugen. Nach einem ausgiebigen Frühstück am nächsten Morgen erkundeten wir die Heidelberger Altstadt, wobei sich das Interesse der Jungs an der alten Schönheit jedoch in Grenzen hielt. Vielmehr brannten sie darauf, zurück zum Hockenheimring zu fahren und zu sehen wie „unser Michael“ sich im langen Ausdauerrennen schlug. Dies tat er zur vollsten Zufriedenheit und in diesem Wissen und nach einem weiteren Besuch im Fahrerlager, sagten wir Hockenheim und Hollywood am späten Nachmittag „Auf Wiedersehen“ und rollten zusammen mit einem Pulk abreisender Porsche der Autobahn und dem langen Weg nach Hause entgegen. Einstimmig konnten wir sagen, es hat sich gelohnt: das Wochenende war ein voller Erfolg und hat allen viele tolle Erinnerungen beschert, die einem im Nachhinein, vor allem wenn wir vor dem Fernseher sitzen und X-Men schauen, beinahe ein bisschen unglaublich vorkommen.